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Kulturverein Alte Schule Ober-Olm hatte Zeitzeugen geladen

Der Kulturverein Alte Schule Ober-Olm hatte Zeitzeugen und Interessierte zur Erweiterung der Kenntnisse über die jüdische Vergangenheit in das Bitzer Stübchen eingeladen. Erfreulicherweise waren 16 Personen gekommen, darunter zwei hochkarätige Hobby-Historiker, nämlich Horst Kasper aus Bodenheim und Dr. Helmut Hochgesand aus Mainz-Gonsenheim.

Heribert Schmitt, Beirat im Fachbereich Geschichte und Heimatpflege des Kulturvereins, stellte die Teile seiner Forschungsergebnisse vor, die noch ergänzungsbedürftig sind. Alle anwesenden Personen waren sehr interessiert und es war ein lebhafter, unterhaltsamer Abend. Die beiden Gäste gaben Heribert Schmitt wertvolle Tipps, wie die Lücken in der Judengeschichte geschlossen werden können und gaben ihrerseits kurze Einblicke in ihre Ergebnisse zu dem Thema. Zwei ganz wichtige Informationen aus der Ober-Olmer jüdischen Vergangenheit fehlen Heribert Schmitt noch. Wer war der Bäcker Albert Lay, der am 10. November 1938 zusammen mit zwei weiteren jüdischen Einwohnern von der Gestapo abgeholt und in Mainz inhaftiert wurde? Außer dem Namen im Polizeibericht von dieser Aktion war bisher nichts herauszufinden. Auch der Name der Frau des Metzgermeisters Adolf Mayer, der in der Ameisengasse eine Rindsmetzgerei betrieb und sie handelte mit Haushaltswaren, war bisher nicht herauszufinden. Nach dem Tod ihres Mannes taucht immer nur der Name Adolf Mayer Witwe auf. In allen eingesehenen Schriftstücken erscheint sie immer nur als Adolf Mayer Witwe und auch so lautet immer ihre Unterschrift. Die beiden Informationen würden in der Historie der Ober-Olmer Juden eine weitere Lücke schließen. An diesem Abend gab es dazu aber kein Ergebnis. Vielleicht erinnert sich ja doch noch jemand an die beiden Personen.

Eine große Lücke in der Historie bilden auch noch die fehlenden Fotodokumente. Es ist bekannt, dass die jüdischen Bürgerinnen und Bürger in den Vereinen sehr aktiv waren. Deshalb hat Heribert Schmitt die Vereine angeschrieben und diejenigen, die in der Zeit von vor 1900 bis 1938 existierten, gebeten in den Archiven nachzuschauen, ob Namen erwähnt oder sogar Fotos der jüdischen Mitglieder vorhanden sind. Vielleicht gibt es auch in privaten Fotoalben solche Bilder.

Jedenfalls waren alle Anwesenden begeistert von dem Abend. Nach mehr als zwei Stunden war ihre einhellige Meinung, zu einer solchen informativen und lebhaften Veranstaltung des Kulturvereins wieder einzuladen. Wer Informationen zu den offenen Fragen oder vorhandene Fotos beisteuern kann, wende sich bitte an Heribert Schmitt, Telefon 87333.