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Kameraden unterstützen die Waldbrandbekämpfung

Mitte Patrick Lumb, rechts Sebastian Hoffmann "Teddy"Eine ganz andere Feuerwehrstruktur lernten die beiden Ober-Olmer Kameraden Sebastian Hoffmann „Teddy“ und Patrick Lumb während ihres 2wöchigen Aufenthaltes im Waldbrand-Einsatzcamp in Griechenland kennen.

Das Camp befindet sich in Rizomata, in den Bergen nördlich des Olymp ca. zwei Fahrtstunden von Thessaloniki entfernt und dient dazu, während der Hauptbrandsaison in den Sommermonaten die örtlichen Kräfte bei der Waldbrandbekämpfung zu unterstützen.

Organisiert wird das Camp von der E.S.E.P.A, die Körperschaft der Griechischen Freiwilligen Feuerwehr und Aufforstung. Sie ist eine im Jahr 1998 gegründete staatlich anerkannte Hilfsorganisation, deren Zielsetzung es ist, den Aufbau eines la-desweiten Netzwerks aus Freiwilligen Feuerwehren, um das bestehende Netzwerk der Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes zu ergänzen. Die 22 Mann starke Brandbekämpfungsgruppe in der die Ober-Olmer Kameraden agierten bestand aus Feuerwehrkollegen aus Südtirol, Zypern und Deutschland. Alle durchliefen eine umfangreiche Ausbildung um mit den örtlichen Gegebenheiten und Gerätschaften vertraut zu werden.

Die Ausbildung endet mit einer 3 Tages-Übung in der griechischen Berglandschaft. Während in unseren Breiten die Feuerwehr darauf ausgebildet wird Feuer in der Regel mit Wasser zu löschen, lernten die Kameraden im Camp völlig andere Löschmethoden. Wasser ist in den griechischen Bergregionen knapp sodass Brände in den steinigen Gebieten mit Brandpatschen und Hacken bekämpft werden. Gängige Praxis ist es, Glutnester auseinander zu ziehen und mit Patschen „zu erschlagen", brennende Bäume werden mit der immer mitgeführter Kettensäge gefällt und im Erdreich vergraben. Da aus einem kleinen Feuer schnell ein unkontrollierbarer Großbrand, der nicht nur Wald sondern auch Ackerflächen, Weideland und Dörfer zerstören kann, ist es wichtig Brände schnell zu erkennen und zügig zu bekämpfen.

Ausrückzeiten und Einsatzdauer sind nicht vergleichbar mit dem was wir in unserer Region kennen. Die Anfahrt zur Einsatzstelle kann gut und gerne 1 ½ Std und mehr betragen. Die Grundausstattung, die jede Gruppe bei einem Einsatz dabei hat, besteht neben der persönlichen Schutzausrüstung, aus jeder Menge Trinkwasser, Schlafsäcken, Wechselkleidung, zahlreichen Werkzeugen, Sanitätsrucksack, Krankentrage, einem Wasserrucksack und Verpflegung für mehrere Tage. Ein Einsatz an dem „Teddy" und Patrick beteiligt waren dauerte 17 Std, die Einsatzstelle lag in einer unwegsamen Berggegend, es galt einen– für griechische Verhältnisse - kleinen Brand von ca. 12.000 m² zu löschen. Hier bestand die seltene Möglichkeit, Wasser mit mehreren Tanklöschfahrzeugen aus einem benachbarten Ort an die Einsatzstelle zubringen. Eine Fahrt zum Hydranten mit den knapp 40 Jahre alten und bis zu 10 Tonnen schweren Fahrzeugen der Marken Steyr und Magirus-Deutz dauerte knapp 30 Minuten und führte über steinige, enge Wege entlang scharfer Felsen und steilen Abhängen.

Neben der Ausbildung und Einsätzen kam die Geselligkeit nicht zu kurz. Die Kameraden lernten die Mentalität der Griechen kennen und obwohl unterschiedliche Sprachen gesprochen wurden herrschte eine hervorragende Kameradschaft untereinander. In geselliger Runde am Abend tauschten die Kameraden ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus den Heimateinsätzen aus. Auch einen Ausflug in ein Museum und an den Strand konnte die Gruppe gemeinsam genießen.

Bei einer „Feuerwehrolympiade" (Grundübung, Schläuche auf Zeit verlegen etc.) zeigten die einzelnen Trupps was sie können. Für das Waldbrandcamp musste jeder Teilnehmer einen Unkostenbeitrag in Höhe von 300 € für Unterkunft, Verpflegung und Lehrmittel tragen. Gewohnt wurde in Containern, der Ausbildungsunterricht fand in einem Schulungsgebäude mit Kantine statt, in der das Essen vor Ort von einer Köchin zubereitet wurde. Die Anreise per Flugzeug musste ebenfalls aus eigener Tasche finanziert werden, die 14 Tage gingen auf den Jahresurlaub. Nichtsdestotrotz war es ein unvergessliches Ereignis für die Beiden. Weitere Informationen, Bilder und Berichte findet man unter http://esepa.fire2.de sowie auf http://www.esepa.gr/de.